Gelesen: Immer montags beste Freunde

Bei dem Titel „Immer montags beste Freunde – Der Junge, der mein Leben veränderte“ dachte ich an einen leichten Roman. Dass mich die folgenden 303 Seiten derart emotional berühren würden, hatte ich nicht geglaubt.

„Wir trafen uns an einem Montagmorgen in Manhattan. Ich war damals 35, Single und erfolgreiche Verkaufsleitern, Maurice war ein 11-jähriger Straßenjunge. Warum ich ihn ansprach und zum Essen einlud, kann ich im Nachhinein nicht sagen. Doch am Montag darauf trafen wir uns wieder, und an jedem Montag der folgenden vier Jahre. Heute, fast 30 Jahre später, sind wir noch immer beste Freunde.“

Die Geschichte von Laura Schroff beruht auf einer wahren Begebenheit und zeigt, wie weit zwei Welten auseinanderklaffen können. Sie hat eine eigene Wohnung, einen Job, der ihr Spaß macht und kann sich jeden Wunsch erfüllen. Maurice lebt mit einer Großfamilie, die mit Drogen handelt, in einer kleinen Absteige und verdient sein Geld beim Betteln. Beide sind auf ihre eigene Art und Weise erfolgreich und könnten dennoch nicht unterschiedlicher sein. Als der kleine Junge wie immer im Central Park sitzt und die Passanten um Geld bittet, läuft Laura Schroff wie die meisten unbeeindruckt vorbei. Kurz bevor sie den Park verlässt, dreht sie um und fragt Maurice, ob er zusammen mit ihr essen gehen möchte. Es war einfach so ein Gefühl.

Das ist der Beginn einer sehr untypischen und dennoch innigen Freundschaft. Die 35-Jährige möchte mehr über den Jungen erfahren und ihm ihre ehrlich gemeinte Hilfe anbieten. Jeden Montag treffen sie sich, unternehmen etwas, bis beide nach den gemeinsamen Stunden schließlich wieder getrennte Wege gehen. Laura erkennt, dass ihr Job sie nie so glücklich gemacht hat, wie die zwischenmenschliche Beziehung zu Maurice. Durch ihre Hilfe bekommt sein Leben langsam eine Struktur und er lernt anderen Menschen zu vertrauen.

„Er hatte Angst, unsere Freundschaft zu verlieren. Ich blickte Maurice in die Augen und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Wortlos sah ich ihn einfach nur an. Worte konnten ihm nicht sagen, was ich ihm unbedingt vermitteln wollte. Er musste wissen, dass ich ihn nie verlassen würde. (…) Ich lächelte, zwinkerte einmal kurz und nickte. Daraufhin entspannte sich seine Miene, und er erwiderte mein Lächeln.“

Als ich begonnen habe das Buch zu lesen, musste ich einige Male schlucken. Maurices Situation und Lauras herzliche Hilfe berühren. Auch der Zustand zwischen Gewalt und Drogen in einer der schlechtesten Gegenden Manhattans werden so real beschrieben, dass man das Buch kurz beiseite legen muss. Es ist definitiv keine Geschichte, die in einem Atemzug gelesen werden kann, sondern Stück für Stück. Aktuell habe ich genau die Hälfte hinter mir und bin wirklich neugierig, wie sich die Freundschaft entwickelt.

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